Google Ads fürs Handwerk: Agentur oder selbst?

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Montag, 07:12 Uhr: Ein Wasserschaden. Der Kunde googelt nicht lange, er tippt „Installateur Notdienst“ und klickt auf das Erste, das Vertrauen ausstrahlt. Genau da entscheidet sich, ob Ihr Betrieb den Anruf bekommt – oder Ihr Mitbewerber.

Google Ads kann im Handwerk brutal effektiv sein. Aber nur, wenn es wie ein Vertriebskanal geführt wird. Nicht wie „ein bisschen Werbung“. Viele Kampagnen scheitern nicht am Budget, sondern an drei Basics: falsche Suchbegriffe, fehlendes Tracking und eine Seite, die zwar hübsch ist, aber keine Anfrage produziert.

Warum Google Ads im Handwerk so gut funktioniert – und so oft enttäuscht

Im Handwerk ist die Nachfrage selten „nice to have“. Wer nach „Elektriker Sicherungskasten erneuern“ sucht, hat ein Problem, ein Zeitfenster und meistens schon Kaufabsicht. Das ist der Idealfall für Suchanzeigen.

Die Enttäuschung kommt, wenn Ads nach Bauchgefühl laufen. Dann zahlen Sie für Klicks von Leuten, die nur Preise vergleichen, „Selbermacher“-Infos suchen oder in der falschen Region sitzen. Und wenn anschließend nicht sauber gemessen wird, was aus den Klicks wurde, optimiert man auf das falsche Signal: Impressions, Klickrate, irgendwas mit Reichweite. Davon zahlt keiner die Löhne.

Was eine „google ads agentur handwerk“ eigentlich leisten muss

Eine google ads agentur handwerk ist nicht der Mensch, der „Kampagnen anlegt“. Das kann jeder nach einem YouTube-Video. Der Job ist: aus Suchintentionen echte Anfragen machen – reproduzierbar.

Dazu gehören drei Ebenen, die zusammenarbeiten müssen.

1) Nachfrage richtig abgreifen: Suchbegriffe, die Geld bringen

Handwerksbetriebe brauchen keine „Bekanntheit“. Sie brauchen konkrete Jobs. Das heißt: Kampagnen müssen um Leistungen und Orte gebaut sein, nicht um allgemeine Branchenbegriffe.

Der Unterschied ist spürbar. „Schreiner“ kann alles heißen: Ausbildung, Bilder, Möbelideen. „Einbauschrank nach Maß Passau“ ist ein Projekt. Gute Kampagnen denken in Leistungen, Problemen und klaren Triggern: „Reparatur“, „Austausch“, „Notdienst“, „Montage“, „Wartung“.

Genauso wichtig: Ausschlüsse. Wer für „kostenlos“, „DIY“, „Anleitung“ oder „Gehalt“ zahlt, verbrennt Budget. Das ist keine Fleißarbeit, das ist Profit-Sicherung.

2) Conversion-Setup: Messen, was wirklich zählt

Im Handwerk ist „Conversion“ oft nicht der Online-Kauf, sondern:

  • Anruf
  • WhatsApp-Kontakt
  • Formularanfrage
  • Terminbuchung

Wenn diese Aktionen nicht sauber gemessen werden, fliegt die Optimierung blind. Dann wirkt Google Ads wie Glücksspiel.

Eine Agentur muss deshalb Tracking und Attribution so aufsetzen, dass Sie Antworten bekommen: Welche Kampagne bringt welche Art von Anfrage? Welche Suchbegriffe führen zu Telefonaten? Welche Geräte, Uhrzeiten und Regionen liefern die besten Leads?

Und ja: Gerade Anrufe sind tückisch. Viele Betriebe sehen im Ads-Konto „läuft“, aber am Telefon passiert nichts – weil die falschen Leute klicken oder weil die Anzeige zwar klickt, aber die Seite nicht überzeugt.

3) Landingpage statt „Startseite mit Hoffnung“

Der häufigste Hebel wird am meisten ignoriert: die Seite nach dem Klick.

Wenn jemand nach „Heizung Wartung“ sucht und auf einer allgemeinen Startseite landet, beginnt das Suchen: Leistungen, Öffnungszeiten, vielleicht ein Slider. In dem Moment sind Sie austauschbar.

Eine gute Landingpage führt in 10 Sekunden zur Entscheidung: Was bieten Sie an, in welchem Gebiet, wie schnell, mit welchem Prozess, und wie kommt man jetzt unkompliziert zu Ihnen. Klarer Button, klare Formulare, klare Argumente. Keine Romane.

Wann Sie Google Ads im Handwerk selbst machen können – und wann nicht

Selbst machen kann funktionieren, wenn Sie drei Dinge erfüllen: Zeit für wöchentliche Optimierung, sauberes Tracking und eine Seite, die Leads produziert. Viele Betriebe haben davon realistisch nur eins – und dann wird es teuer.

Selbst machen ist okay, wenn …

… Sie eine klar abgegrenzte Leistung bewerben, die Nachfrage stabil ist (z. B. Wartung, bestimmte Reparaturen), Sie Ihre Zahlen kennen und Sie bereit sind, Suchbegriffe wirklich durchzuarbeiten. Dann kann ein schlankes Setup reichen.

Eine Agentur lohnt sich, wenn …

… Sie mehrere Leistungen haben, regionale Aussteuerung wichtig ist, Sie Personalengpässe berücksichtigen müssen (nicht zu viele falsche Anfragen) oder wenn Sie schon Geld ausgegeben haben und nicht sicher sind, was es gebracht hat.

Im Handwerk ist „zu viele Leads“ übrigens auch ein Problem – wenn es die falschen sind. Eine gute Agentur optimiert nicht nur auf Menge, sondern auf Passung: Projekte, die Sie wirklich wollen.

Der Performance-Check: Woran Sie eine gute Agentur erkennen

Sie müssen kein Marketingprofi sein. Sie brauchen nur die richtigen Prüfsteine.

Eine Agentur, die im Handwerk sauber arbeitet, stellt früh Fragen, die sich nach Betrieb anfühlen, nicht nach Werbesprech.

Sie fragt nach Kapazität, Marge und Wunschaufträgen

Nicht jeder Job ist gleich gut. Manche Leistungen bringen Umsatz, aber fressen Zeit. Andere sind planbar und profitabel. Wenn eine Agentur nur über Klickpreise redet, fehlt das Fundament.

Sie spricht über Suchanfragen und Ausschlüsse, nicht nur über „Zielgruppen“

Bei Google Ads ist die Suchanfrage die Wahrheit. Zielgruppen-Deckmäntel bringen wenig, wenn die Keywords unsauber sind. Gerade lokal – Passau, Niederbayern, bis Richtung Linz oder Regensburg – ist das Zusammenspiel aus Ort, Leistung und Suchintention entscheidend.

Sie fordert eine Landingpage, wenn nötig

Wenn die Agentur Ihre bestehende Seite „einfach nimmt“, obwohl sie keine klaren Anfragen liefert, ist das bequem, aber nicht performance-orientiert. Im Handwerk ist die Landingpage oft der Unterschied zwischen „läuft nicht“ und „skalierbar“.

Sie kann erklären, wie gemessen wird

Sie sollten nach zwei Wochen nicht nur hören „mehr Klicks“, sondern sehen: Anrufe, Formulare, Termin-Anfragen – und woher sie kommen. Transparenz heißt nicht Excel-Overkill, sondern klare Kennzahlen.

Typische Google-Ads-Fehler im Handwerk (und was stattdessen funktioniert)

Viele Kampagnen sehen von außen gleich aus, scheitern aber an Details.

Erster Klassiker: zu breite Keywords. „Dachdecker“ klingt logisch, zieht aber alles an – inklusive Jobsuche. Besser sind Leistungs-Keywords plus Ort oder Umkreis.

Zweiter Klassiker: keine negativen Keywords. Das ist wie ein Baustellenzaun mit offener Tür.

Dritter Klassiker: Anzeigen, die nichts sagen. „Ihr Partner seit 1998“ ist nett, aber kein Grund zu klicken. Klickgründe im Handwerk sind schneller: Reaktionszeit, Spezialisierung, klare Region, echtes Leistungsversprechen.

Vierter Klassiker: kein Follow-up. Wenn Leads reinkommen, entscheidet oft die Geschwindigkeit. Wer nach einer Stunde zurückruft, verliert gegen den Betrieb, der nach fünf Minuten dran ist. Ads kann Nachfrage erzeugen – aber die Abwicklung muss mithalten.

So läuft eine saubere Zusammenarbeit ab (ohne Agentur-Theater)

Wenn Google Ads im Handwerk planbar werden soll, braucht es einen klaren Ablauf. Nicht zehn Meetings, sondern eine Linie.

Am Anfang steht ein kurzer Reality-Check: Welche Leistungen sollen verkauft werden, welche Region ist sinnvoll, welche Kapazität ist da. Dann wird Tracking sauber aufgesetzt, damit ab Tag 1 echte Signale reinkommen.

Danach folgt das Kampagnen-Setup mit klarer Struktur: getrennte Kampagnen nach Leistung oder Ziel (z. B. Notdienst vs. planbare Projekte), passende Anzeigentexte und eine Landingpage, die auf Anfrage gebaut ist.

Ab dann ist Optimierung kein „Nice-to-have“, sondern Pflicht: Suchbegriffe prüfen, Ausschlüsse erweitern, Anzeigen testen, Zeiten und Regionen nachziehen, Conversion-Daten gegenprüfen. Im Handwerk gewinnt nicht die kreativste Idee, sondern die sauberste Routine.

Wenn Sie dafür einen Partner wollen, der Strategie, Landingpage und Performance zusammen denkt, statt nur Anzeigen zu schalten: Bei brandsta.de ist genau dieses One-Stop-Setup der Standard – mit einem festen Ansprechpartner und Fokus auf Anfragen statt Show-Zahlen.

Was Sie vor dem Start intern klären sollten

Google Ads ist kein Wundermittel. Es verstärkt, was da ist.

Wenn Ihre Telefonannahme wackelt, werden Leads teurer, weil weniger zu Aufträgen werden. Wenn Ihr Einzugsgebiet nicht klar ist, wird Streuverlust groß. Wenn Sie bestimmte Jobs nicht mehr machen wollen, muss das in Keywords und Texten sichtbar werden.

Der beste Zeitpunkt für Ads ist nicht „wenn es brennt“, sondern wenn Sie Kapazität planbar füllen wollen – oder wenn Sie saisonale Peaks nutzen möchten. Dann lässt sich die Nachfrage steuern, statt ihr hinterherzulaufen.

Zum Schluss ein Gedanke, der in der Praxis mehr bringt als jedes Feature: Behandeln Sie Google Ads wie einen Vertriebsmitarbeiter. Einer, der jeden Tag am Markt steht. Der bekommt auch Ziele, ein Reporting und regelmäßiges Coaching. Genau dann fängt Werbung an, sich wie Wachstum anzufühlen.

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